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Jeden Tag auf’s Neue … (2)

… und welche Wirkung wir mit achtsamer Kommunikation erzielen!

Im vorherigen Beitrag zum Thema Präsenz habe ich beschrieben, wie mein Hund mich  jeden Tag daran erinnert, dass es nur die Option der vollen Aufmerksamkeit gibt. Und ich hab einfach mal behauptet, dass es sich positiv auf die Qualität der Beziehungen und der Kommunikation auswirkt, wenn wir tatsächlich erstmal fertig hören und verstehen, bevor wir antworten. Dass es sich lohnt, nicht schon mit den Gedanken bei etwas anderem zu sein, bevor eine Sache abgeschlossen ist. Aber wieso ist das so?

Es gibt ja landläufig die Meinung, dass Frauen besser mehrere Dinge gleichzeitig tun können, als Männer. Das würde ja auch bedeuten, dass die Multitasking-fähigen Menschen in der Lage sind, gleichzeitig zu hören, zu denken und vielleicht auch noch das Drumherum zu beobachten. Ich meine aber, dass genau das nicht geht. Zur Untermauerung möchte ich gerne einen Versuch beschreiben, den es im Erlebnismuseum Universum in Bremen für jedermann zu erleben gibt:
In der Versuchsanordnung hängen vier Lautsprecher ein Quadrat bildend von der Decke. Das Quadrat ist, ich schätze, 3x3m groß, an jeder Ecke also ein Lautsprecher. Aus jedem Lautsprecher tönt etwas anderes. Musik aus dem einen, ein Gespräch aus dem anderen, eine Nachrichtensendung aus dem dritten usw. Als Besucher bist Du eingeladen, Dich in die Mitte des Quadrates zu stellen und zu versuchen, alles gleichzeitig zu hören. Ich hab mich natürlich dahin gestellt und mich sehr bemüht. Aber was soll ich sagen? Tatsächlich habe ich immer nur einen Output verstanden, der Rest ging dann jeweils an mir vorbei. Ich hab es einfach nicht gehört.
Und das beschreibt den ersten Grund, wieso aufmerksames Hinhören die Qualität der Beziehung steigert. Du bekommst einfach viel mehr mit. Du verpasst keine Information und kannst alles hinterfragen und somit Dein Gegenüber viel besser verstehen. Und dieser fühlt sich entsprechend gut und erlebt Dich als interessiert, kompetent und vieles mehr. Nachvollziehbar bis hierher?

Nun folgt aber der zweite Punkt, der sich aus meiner Sicht auf die Qualität der Beziehung auswirkt. Dein Gegenüber erlebt Deine volle Aufmerksamkeit. Du fragst nach, bist interessiert. Du merkst Dir, was erzählt wird, nimmst das Gesagte später im Idealfall wieder auf – Du bist quasi ‘online’, wie ein Kollege von mir das nennen würde. Und das ist heutzutage etwas Besonderes. Kennst Du den Ausdruck ‘die volle Aufmerksamkeit schenken‘? Volle Aufmerksamkeit wird also schon sprachlich als Geschenk beschrieben. aber eben auch als solches erlebt. Geschenke bedeuten Wertschätzung. Du schenkst Deinem Gegenüber etwas. Und hier liegt aus meiner Sicht ein sehr starker Grund, wieso gutes Beziehungsmanagement so einfach ist. Du erfüllst mit guten Gesprächen, geprägt durch volle Aufmerksamkeit, Präsenz gepaart mit Achtsamkeit, das sehr starke Grundbedürfnis nach Wertschätzung, was zweifelsohne jeder von uns hat. Wieso also sollte Dein Gesprächspartner sich Dir gegenüber nicht gut verhalten, Dir nicht vertrauen, Dich nicht mögen? Schließlich machst Du ihm doch ein wirklich tolles Geschenk!
Ich kann Dich nur ermutigen, diese Kommunikationskompetenz zu pflegen, so Du sie bereits lebst oder eben zu entwickeln. Dazu braucht es tatsächlich lediglich Deine Entscheidung, sonst nichts!

Was meinst Du zu dieser Sichtweise? Wie erlebst Du selber es, wenn Dir die volle Aufmerksamkeit geschenkt wird? Und wie reagieren die Menschen auf Dich, wenn Du in diesem Sinne gut kommuniziert? Wie leicht oder schwer fällt es Dir?

Gern würde ich Deinen Kommentar lesen. Ich freue mich drauf!

In diesem Sinne

Eure Katja

Jeden Tag auf’s Neue…

…oder was mein Hund schon besser macht!

Hallo und guten Tag,

Du weißt ja wahrscheinlich inzwischen, dass ich – wie man so schön sagt – seit mittlerweile einigen Jahren auf den Hund gekommen bin. Und Du weißt wahrscheinlich auch, dass mein Hund Fussel und ich oft viele neue Dinge ausprobieren und wir dadurch inzwischen ein super Team sind. Und heute hat meine Olle, wie ich sie auch oft liebevoll nenne, mich wieder mal erinnert. Woran, das möchte ich gern mit Dir teilen:

Was mein Hund besser macht, als – aus meiner Sicht – viele von uns

Möglicherweise hast Du manchmal eigentlich Feierabend und in Deinem Kopf tummeln sich die verschiedensten Gedanken rund um Deinen Job. Feierabend? Weit gefehlt!
Beim Autofahren bekommen viele von uns oft gar nicht mit, wo wir fahren und wie wir weite Strecken zurücklegen, weil unser Hirn sich ohne Unterlass an irgendwelchen Themen abarbeitet.
Oder Du wachst morgens auf und hast noch vor dem ersten Kaffee,

  • die Termine des Tages durchdacht,
  • die ersten Begegnungen gedanklich bereits durchlaufen,
  • ein Streit mit dem Partner wirkt noch nach oder
  • Du trägst irgendein aktuelles Zeitgeschehen mit Dir herum oder
  • sonst irgendwas beschäftigt Dich, obwohl das bereits hinter Dir liegt oder gar noch vor Dir.

Und oft sind diese Themen auch noch negativ belastet. Kennst Du das? Und das kostet soviel Energie und hat außerdem Auswirkungen auf die Qualität Deiner Beziehungen und Deiner Kommunikation.

Ich arbeite ja, wie Du ja wahrscheinlich weißt, mit vielen erfolgreichen, oft im Berufsleben stehenden Menschen an der gelungenen Kommunikation oder, wie ich es nenne, am Beziehungsmanagement. Und was mir immer wieder auffällt, ist, wie schwer es zu sein scheint, tatsächlich in einen offenen und unbelasteten Dialog zu gehen. Sehr oft nehmen wir eigene oder auch Erfahrungen von anderen mit in die Begegnung und sind daher voreingenommen. Oder wir sind gar nicht tatsächlich im Gespräch. Wir sind oft damit beschäftigt,

  • was das Gegenüber jetzt wohl über uns denkt,
  • mit den Gedanken schon beim Ergebnis,
  • bei dem folgenden Gespräch,
  • bei dem Stau auf der Autobahn,
  • beim Konflikt mit irgendeinem anderen Menschen,
  • bei unseren Vorhaben,
  • Erwartungen von anderen,
  • unseren Erlebnissen

– die Liste ist endlos! Und ich spreche hier von allen Arten der Kommunikation, ob Vertrieb, ob Partnerschaft, ob mit Kollegen, Kindern, Freunden oder sonst wem. Und genau das hindert uns, wirklich zu kommunizieren, im Sinne “…von Teilhabe, in der etwas Gemeinsames entsteht…” (Wikipedia, siehe unten).

Und hier kommt mein Hund ins Spiel und damit der Impuls, den ich heut gerne setzen möchte. Und kein Bild drückt das besser aus, als das folgende:

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Mein Hund ist immer präsent und meist auch unbelastet. Sie kommt morgens schwanzwedelnd zu mir gerannt, gut gelaunt und strahlt mich an und scheint zu sagen: “Hurra, ein neuer Tag! Was ist der Plan? Lass uns Spaß haben!” Nichts Negatives von gestern im Gepäck und keine Angst vor dem neuen Tag. Und falls mal etwas Unvorhergesehenes passieren sollte, ist das auch ganz schnell wieder abgehakt. Und wenn Fussel etwas von mir will, dann fordert sie das auch sehr direkt ein, so wie gerade in diesem Moment, wo ich hier schreibe, sie aber ein paar Streicheleinheiten will. Und sie zeigt mir sehr deutlich, dass gleichzeitig am Handy sein UND bei ihr keine Option ist. Also lege ich kurz das Handy zur Seite, geb ihr einen Moment volle Aufmerksamkeit, sie ist glücklich und geht chillen bzw. schlafen. Und ich kann voll fokussiert weiter arbeiten. Und wenn die Dinge mal nicht so laufen, wie mein Hund es gerne hätte, auch gut! Sie schiebt dann ab, schläft beim Warten ein oder beschäftigt sich mit sich selbst. Aber ganz ohne Groll.

Hierzu passt die kurze Geschichte aus der Achtsamkeitslehre:

Einige Schüler fragen ihren Zen-Meister
warum er so zufrieden und glücklich ist:

Der Zen-Meister antwortet:
“Wenn ich stehe, dann stehe ich, wenn ich
gehe, dann gehe ich, wenn ich sitze, dann
sitze ich, wenn ich esse, dann esse ich,
wenn ich liebe, dann liebe ich …”

“Das tun wir auch, antworteten seine
Schüler, aber was machst Du darüber
hinaus?” fragten Sie erneut.
Der Meister erwiderte:
“Wenn ich stehe, dann stehe ich, wenn ich
gehe, dann gehe ich, wenn ich … ”

Wieder sagten seine Schüler:
“Aber das tun wir doch auch Meister!”
Er aber sagte zu seinen Schülern:
“Nein – wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon,
wenn ihr steht, dann lauft ihr schon, wenn
ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel.” 

Viele von uns gehören wahrscheinlich eher noch zu der Gruppe der Schüler, oder? Nun habe ich zum Glück meinen Hund, der mich jeden Tag mehrfach daran erinnert, dem Hirn mal Pause zu geben und den Moment zu genießen. Und nicht nur das hat zur Folge, dass ich auch in Gesprächen wirklich da bin und nicht bereits über eine Entgegnung nachdenke, bevor mein Gegenüber überhaupt ausgesprochen hat. Ich höre hin, wenn mein Gegenüber spricht, frage nach und kann dann jeweils individuell reagieren. Und meine Gesprächspartner empfinden mich deshalb meist als sehr zugewandt, offen, interessiert und wertfrei. Eine sehr gute Ausgangssituation für den Fortgang der Beziehung, unabhängig davon ob geschäftlich oder privat.

Hier also mein Appell an Dich mit diesem Post: Beobachte Dich mal den Tag über und bemerke die Momente, wo Du eben nicht präsent bist, sondern Deine Gedanken auf Wanderschaft sind. Und hol Dich dann zurück in den Augenblick.
Wenn Du das mal bewusst üben möchtest, geht das sehr gut, indem Du Dir – egal wo – ein paar Minuten Zeit nimmst. Setz Dich einfach nur hin, schließe die Augen und höre. Wenn Gedanken kommen, dann schickt sie wieder weg und fokussier Dich wieder auf das Hören. Ohne zu interpretieren oder zu werten oder verstehen zur wollen. Lass all diese Gedanken kommen und schickt sie wieder weg und bleib beim Hören.

Meine absolute Lieblingsübung – immer wieder! Probier’s mal! Ich bin gespannt, wie es Dir gelingt!

Wenn Dir der Artikel gefällt, lass gern einen Kommentar da oder teile ihn mit Freunden. Und wenn er Dir nicht gefällt, lass mich doch einfach wissen, was Du Dir gewünscht hättest.

In diesem Sinne, Dir eine sehr schöne Woche!

Deine

Katja

 

Der Vollständigkeit halber, hier kurz die Definition zu Kommunikation aus Wikipedia:
Kommunikation stammt aus dem Lateinischen communicare und bedeutet „teilen, mitteilen, teilnehmen lassen; gemeinsam machen, vereinigen“. In dieser ursprünglichen Bedeutung ist eine Sozialhandlung gemeint, in die mehrere Menschen (allgemeiner: Lebewesen) einbezogen sind. Wesentliche Aspekte dieser Sozialhandlung sind zum einen Anregung und Vollzug von Zeichenprozessen und zum anderen Teilhabe, in der etwas als etwas Gemeinsames entsteht (lateinisch communio: „Gemeinschaft“, communis: „gemeinsam“).

 

Atmen müssen wir ja sowieso…

ein Beispiel aus meiner täglichen Praxis:

Gerade jetzt zum Jahresende…

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Einstein bringt es auf den Punkt!

Ja, Einstein bringt es auf den Punkt, wie ich finde.  Auch in vielen meiner Trainings und Coachings gucken wir immer mal wieder auf die Muster unserer Gedanken und legen dar, dass Gedanken ja eigentlich nur Energie sind. Diese Energie sucht sich den bevorzugt einfachen Weg ins Gehirn, ins jeweils individuelle System und produziert Stimmung – die eigene und auch die der anderen. Daher haben wir alle es in der Hand, diese Energie möglichst zu positivieren und es uns und auch den anderen etwas leichter zu machen. Einige von Ihnen/Euch erinnern sich sicher!

 

… kommt der Stress fast von allein.

 

3d Männchen abschalten Ruhe bewahren

Stress haben wir genug!

Nun hatte ich gestern ein Telefonat, was den Impuls zu diesem Post geliefert hat:
Eine meiner Teilnehmerinnen schafft es nur äußerst selten, vom Job abzuschalten und sich selbst, wenn auch nur für ein paar Minuten, mal raus zu nehmen. Dieser Umstand beeinflusst ihre ganze Lebensqualität: keine Lust mehr nach Feierabend auf energieliefernde Erlebnisse, negative Gedanken im Hirn, immer müde und kaputt, keine Wahrnehmung für die kleinen, schönen Dinge des Alltags. Das kennen Sie/kennt Ihr  wahrscheinlich alle, oder?
Deshalb und nur um kurze Auszeiten in ihren Arbeitstrott zu bringen, habe ich der Kundin kürzlich eine wiederverwendbare Wasserflasche geschenkt, bewusst nur 500ml fassend. Damit muss sie nun mehrfach am Tag ihren Schreibtisch verlassen, um diese wieder aufzufüllen. Das macht sie auch konsequent, weil das Ziel, täglich ausreichend zu trinken, ist ihr sehr wichtig. Das habe ich mir zunutze gemacht und dieser kleine Trick nimmt schon mal den Druck ein wenig aus dem Alltagsstress. Die Raucher unter Ihnen/Euch haben es da etwas leichter. Da dient die Zigarette als ein vergleichbares Vehikel. Die Variante mit dem Wasser ist aber wohl die eindeutig gesündere ;-). Anyway…
In unserem gestrigen Gespräch nun sprach meine Kundin davon, dass sie mit diesem Vehikel tatsächlich mal wieder mit anderen Kollegen kurz ins Gespräch kommt oder auch einfach mal einen Moment Ruhe findet und dadurch tatsächlich auch Gedankenpausen hat und dass sich ihr Alltag mittlerweile ein wenig (!) entzerrt.Im gleichen Gespräch erzählte mir die Kundin von ihren wöchentlichen Yogastunden und dass sie sich dabei bewusst für Entspannungsyoga entschieden hat. Leider sagte sie auch, dass sie es aufgrund der oben beschriebenen Situation kaum schafft, die erlernten Atemübungen mal mit in den Alltag zu transportieren. Dabei bräuchte dies ja auch jeweils nur ein paar Minuten. Und aus eigener Erfahrung weiß ich, dass nach ein wenig Übung allein das Denken ans bewusste Atmen schon Entspannung schafft. Meine Kundin kam dann selbst auf die Idee, die Momente des Wasser holens mit einer kurzen Atemübung zu kombinieren. Gut so!

Und mir kam der obige Einsteinspruch in der folgenden Abwandlung in den Sinn:

Atmen müssen wir ja sowieso.
Wieso dann nicht auch einfach mal bewusst?

 

Männchen Schalter

Schaltet doch mal ab!

Nur das wollte ich heute gern mit Ihnen/Euch teilen. Vielleicht ist das ja ein Impuls, um die jetzt ohnehin oft hektische Zeit ein wenig zu entspannen. Und auch gern danach im neuen Jahr!
In diesem Sinne: Macht einfach mal ‘Atmen’-Pause!

Eure Katja Benny

 

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