Seit mein Mann gestern vom Golfplatz gekommen ist, spricht er immer wieder von einem 84-jährigen Herrn, mit dem er die Runde gespielt hat. Das macht er, weil dieser Herr meinen Mann einfach sehr beeindruckt hat. Das wirkt offensichtlich immer noch nach und er erzählt so mitreißend, dass sogar ich beeindruckt bin, obwohl ich den Mann gar  nicht kenne. Im Vergleich dazu hatte ich heute Nachmittag eine Begegnung, die ich am liebsten sofort abhaken würde. Da beide Begegnungen im Vergleich aber ein schönes Beispiel dafür sind, was u.a. gute Beziehungen ausmacht, teile ich mein Erlebnis erst noch mit Euch. Danach hak ich's aber sofort ab.

Zunächst zu dem älteren Herrn: Wie gesagt, der ist 84 Jahre alt und geht Golf spielen. Das allein ist schon beachtlich. So richtig bemerkenswert ist aber, dass dieser Mann sich weder von seiner Gehbehinderung noch von seiner  – und das ist das eigentlich beeindruckende – Sehbehinderung vom Golfen abhalten lässt. Er ist fast blind! Dieser Mensch hat sich dafür entschieden, einfach das zu tun, was er mag und was er will. Da gibt es kein Meckern, Aufgeben ist keine Option. Für seine Handycaps hat er sich einfach Lösungen gesucht.

Im Vergleich dazu die andere Begegnung, ebenfalls mit einem über 80-jährigen Menschen. Diese Dame ist mit sich und ihrem Umfeld total unzufrieden. Alles und jeder ist irgendwie nicht gut genug, was sich in fast ausschließlich verbitterten Äußerungen zeigt. Nichts kann man ihr recht machen, entsprechend behandelt sie auch die Menschen um sie herum. Alles, was sie sagt,  hat einen vorwurfsvollen Unterton. Da helfen auch die im Allgemeinen als freundlich kategorisierten Worte nicht, wie Bitte oder ein Lieblingssatz, wie: ‚das ist ja alles in Ordnung so‘, nachdem sie sich wieder mal über etwas beschwert hat. Heute war es z.B. dass sie ihre Enkel kaum mehr sieht, weil die ja ihr eigenes Leben hätten. Aber das wäre ja in Ordnung, wie es ist…

Wahrscheinlich kennt Ihr alle solche Menschen. Als ich dann im Auto saß, hab ich mich gefragt, wieso ich mit einem wirklich positiven Gefühl an den alten Mann vom Golfplatz denken kann und die Dame bei mir nur Augenverdrehen auslöst.

Meine Erkenntnis: Den Mann kann ich bewundern für das, was er macht und wie er es macht. Bei der Dame gibt es nichts, was ich bewundern kann. Der Mann findet Lösungen für seine Herausforderungen, auch in seinem hohen Alter hört er damit nicht auf. Aufgeben ist, wie gesagt, keine Option. Die Dame sitzt in Ihrer Wohnung, meckert und ändert selber  nichts. Wenn sie ihre Enkel wirklich gerne wiedersehen würde, könnte sie sich ja beispielsweise fragen, was ihr eigener Anteil an der derzeitigen Situation ist. Dann könnte sie entsprechend etwas ändern und die Enkel kämen gern. Ich finde, für solch eine Selbstreflektion ist es nie zu spät. Gerade heute habe ich dazu ein  passendes Zitat gelesen:

„Wenn Du nicht bereit bist, Dein Leben zu ändern,
kann Dir nicht geholfen werden“
Hippokrates (460 – 377 v. Chr.)

Sehr passend, oder? Der alte Mann ist eben ein Adler , er macht einfach. Die alte Dame ist eher ein Frosch, beklagt sich, ändert aber nichts. Dann muss sie sich nicht wundern, dass Menschen nicht gerne Zeit mit ihr vebringen.

Mein Fazit aus dieser Erfahrung ist folgendes:

Wie hat mir letztens eine meiner Teilnehmerinnen geschrieben:

„Menschen vergessen, was Du gesagt oder für sie getan hast. Sie vergessen aber nicht, wie sie sich mit Dir gefühlt haben.“ 

Also mach Dich und die Menschen in Deinem Umfeld zu etwas Besonderem füreinander. Und habt einfach glückliche Momente zusammen.

In diesem Sinne.

Eure Katja

P.S. kommentiert oder kontaktiert mich gern. Ich bin gespannt, wie Ihr über dieses Thema denkt.

P.P.S. und jetzt hak ich's ab!

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