Neustart mit 50 – das ist mein Weg!

Neustart mit 50 – das ist mein Weg!

Ich  muss diesen Artikel heute einfach schreiben, weil mich diese Gedanken bereits seit einer Woche fest im Griff haben. Und vielleicht gibt es ja die eine oder andere unter Euch, der es genauso geht oder gegangen ist.

Wie Ihr ja bereits wißt, bin ich schon lange Jahre als Trainerin und Coach in der Weltgeschichte unterwegs. Und vor ein paar Jahren, war ich soviel unterwegs, dass ich manchmal morgens beim Aufwachen erst überlegen musste, wo ich war. In den Hotels, wo ich üblicherweise übernachtete, schaute ich mir oft schon die anderen Gäste an und fragte mich manchmal, was für ein Mensch wohl die Nacht vorher in meinem Bett geschlafen hatte. Und bei so manchem, hätte mir diese Vorstellung nicht wirklich gefallen. Aber das am Rande. Zu dieser Zeit waren wir gerade in unser Paradies auf dem Lande gezogen und ich hatte zwar ein wunderschönes Zuhause, war aber so gut wie nie daheim. Und wenn ich dann mal da war, musste ich im Keller sitzen und alles für die nächste Reise vorbereiten. Also, vom Leben im Paradies war ich soweit weg, wie man sich das nur vorstellen konnte.

Und dann kam die eine Nacht in Brüssel. Ich durfte in einem neu eröffneten Hotel in einem noch nie benutzten Bett schlafen. Das war seinerzeit für mich der Himmel auf Erden. Ich schlief gut ein und dann – mitten in der Nacht, um 3 Uhr nachts – ein unvorstellbarer Lärm. Ich stand senkrecht im Bett! Bis ich verstand was los war, vergingen ein paar Minuten: In einem der Nachbarhäuser wurde renoviert und die Bauarbeiter entsorgten den Bauschutt durch Metallrohre aus dem 4. oder 5. Stock hinunter auf die Straße in den dort stehenden Container. Über eine Stunde lang dieser unvorstellbare Lärm. Und ich saß im Bett und fragte mich: “Was bitte machst Du hier?”
Mir wurde klar, dass ich zwar meinen Job selbst liebte und auch das Geld zum Leben brauchte, aber die damit einhergehenden notwendigen Umstände, waren mir zunehmend zuwider: Kein Leben, immer unterwegs, immer fremdbestimmt, zu viel Zeit gegen viel zu wenig Geld. Ich musste etwas ändern!

Als ich nach dieser Reise nach hause kam, sprach ich mit meinem Mann und wir zusammen entschieden, dass ich mir einen anderen Job suchen würde, wo ich meine Kompetenzen einbringen konnte, aber nicht mehr soviel unterwegs sein müsste. Entschieden, getan – ich begann, mich zu bewerben. Dass es nicht so einfach werden würde, war uns klar: ich schon fast 50, wollte wieder in die Festanstellung, am liebsten nicht mehr Vollzeit – aber ich hatte ja Zeit. Dachte ich.
Was ich noch nicht wusste: die Situation spitzte sich zu, als ich kurze Zeit später einen meiner Großkunden verlor. Ich hatte plötzlich viel weniger Einnahmen, als zuvor und jetzt musste ich viel schneller, als geplant, eine Alternative finden.

Ich schrieb weiter Bewerbungen, bekam aber eine Absage nach der anderen. Und wenn ich mal bei Vorstellungsgesprächen war, wurde mir anschließend eine unbegründete Absage erteilt. Wegen des AGG bekam ich natürlich auch keine telefonische Auskunft, wenn ich nachfragte. Ich war ratlos, schließlich kam ich indirekt aus der Branche, wusste wie Bewerbungen aussehen sollten. Ich suchte mir also Unterstützung in Form von Coaching einerseits und meldete mich andererseits auch beim Arbeitsamt als arbeitssuchend. Ich dachte, möglicherweise würde ich da strategisch unterstützt. Weit gefehlt. Mir wurde zeitnah bewusst, was eigentlich bereits die ganze Zeit vorher schon passiert war. pexels-photo-360009Das Einzige, was ich tatsächlich wollte, war, eine neue Seite in meinem Lebensbuch aufschlagen und ein neues Kapitel schreiben. Ich wollte alle meine Fähigkeiten und Kompetenzen an ein Unternehmen verkaufen, aber eben nur für weniger Zeit als vorher. Und was passierte, war, dass die Personaler und auch die Mitarbeiter beim Arbeitsamt mir Etiketten verpassten, ohne mich wirklich zu kennen: zu alt, vielleicht krank, möglicherweise Burnout, will nur noch so’n bissi arbeiten usw.

So richtig deutlich wurde mir das, als ein Headhunter zu mir sagte, wie top er meine Unterlagen fände und das Qualifikationspaket, was ich mitbrächte. Aber er glaubte, es würde schwierig werden, weil ich ja nur noch so ein bisschen arbeiten wollte. Es ist mir seinerzeit nicht gelungen, den potentiellen Arbeitgebern zu verdeutlichen, welches Paket sie bekämen, auch in nur 25 Stunden pro Woche. Schließlich gibt es mich nur zu 100%. Lediglich ein einziger Unternehmer sagte seinerzeit zu mir, ihm wären 25 Stunden Katja Benny lieber, als gar keine Katja Benny. Wir wurden uns nur nicht über die Modalitäten einig, aber egal, andere Geschichte.

Den Vogel abgeschossen hat dann aber mein Jobcoach beim Arbeitsamt. Der sagte mir bei einem unserer Termine, es könne weder an meiner Qualifikation liegen, noch an meinem Auftreten und schon gar nicht an meiner Bewerbung. Er vermute eine psychische Sache und ich solle doch mal zum Psychologen gehen. Den Termin hatte er seinerzeit bereits gebucht. Und ich kann Euch sagen, das war das schlimmste Etikett, was mir seinerzeit verpasst wurde. Ich war echt zerstört und fiel richtig in ein Loch. Mein Mann machte sich echt Sorgen um mich.

Aber ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht wieder aufgestanden wäre. Heute bin ich besser dran, als je zuvor. Ich arbeite einerseits in meiner Profession als Trainerin und Coach, erobere damit derzeit gerade das digitale Zeitalter! Und ich arbeite zusätzlich im Bereich Empfehlungsmarketing mit Menschen und mit einem Unternehmen, wo es solche Etiketten, wie oben beschrieben, überhaupt nicht gibt! Ich suche mir meine PartnerInnen aus und sie suchen mich aus. Zusammen entwickeln wir uns weiter. Im Ergebnis werden wir alle in einiger Zeit ein selbstbestimmtes Leben führen können. Mit Menschen, die alle das Ziel haben, Ihr eigenes Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten und andere dabei zu unterstützen, das auch zu schaffen.

pexels-photo-567628Warum teile ich diese Geschichte mit Euch? Weil ich Euch Mut machen möchte, den Ü50- jährigen Frauen und auch Männern, die gern nochmal etwas verändern möchten, aber Angst oder Respekt vor eben diesen oben beschriebenen Etiketten haben. Sucht Euch einen Weg, wo es diese Etiketten nicht gibt, wo Ihr als Mensch wichtig seid und gesehen werdet und wo Eure Wünsche und Ziele etwas bedeuten! Ich weiß heute, es gibt diesen Weg. Möglicherweise muss Euch nur jemand mitnehmen. Und schon kann Euer neues Kapitel beginnen.

Ach, und an die Personaler da draußen: Überdenkt bitte das eine oder andere Etikett, was Ihr bereits so routiniert verteilt. Bedenkt einfach, dass bei vielen Eurer Bewerber die Kernkompetenz eine andere ist, als Bewerbungen zu schreiben. Vielleicht verpasst Ihr so das eine oder andere Mal Euren Traumkandidaten!

In diesem Sinne, macht Euch auf, geht den ersten Schritt. Danach seid Ihr näher dran, als je zuvor. Aber haltet bitte nicht länger aus, was Euch nicht glücklich macht. Denn Eure Zukunft beginnt jetzt!

Eure Katja

Kontaktiert mich gern, bei Bedarf! Mein Rückruf ist nur ein paar Klicks entfernt!

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Katja

"Es gibt keinen Grund, nicht aufzubrechen. Im Idealfall wird alles besser. Im schlimmsten Fall bleibt alles beim Alten!" Und damit es besser wird, bekommst Du von mir alles, was ich kann und weiß, damit Du Deine Ziele erreichst - persönlich und im Job. Also: Worauf wartest Du?

2 Kommentare

Merle Veröffentlicht am12:32 pm - Jun 7, 2018

Herzlichen Dank für deine Geschichte! Bin mittendrin im Aufbruch und der Weg ist steinig… Zurück ist allerdings keine Option!
Merle

    Katja Benny Veröffentlicht am1:50 pm - Jun 7, 2018

    Sehr gern, Merle, ich dachte, dass es sicher viele von uns gibt und vielleicht macht es Mut, wenn ich offen damit umgehe. Geh Deinen Weg und räum die Steine entweder – einen nach dem anderen- beiseite, steig drüber oder geh einen anderen Weg. Mir hilft, dass ich mein Ziel klar vor Augen hab. Ich weiß genau, wie es sein soll und wird. Und das zieht mich um jede Unwegbarkeit herum oder hindurch! Ich kann Dich nur ermutigen! Wichtig ist, Dinge bewusst zu tun und ggf. nochmal zu adaptieren, zu optimieren. Aber dann wird es gut. Alles Gute! Katja

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