Die Sache mit der Rücksicht (1)

Die Sache mit der Rücksicht (1)

Golf mit Hund – die Erste! 

Viele von Euch wissen ja, dass ich bereits vor einiger Zeit auf den Hund gekommen bin. Und da ich zudem die meisten Dinge, die ich anfange, auch mit ganzem Herzen betreibe, ist es mit dem Hund auch nicht anders. So spielt Fussel in meinem Leben, bzw. in unserer Familie eine angemessene Rolle. Sie ist eine sehr intelligente Hündin, will gefordert und gefördert werden und die Entscheidung für dieses Tier war eine sehr bewusste. Ich sag immer: “Wenn ich einen anspruchsarmen Hund hätte haben wollen, der nur schläft und nicht gefordert werden will, hätte ein Stofftier auch gereicht.” Nein, für uns war klar, dass wir auch unser Leben in gewissem Rahmen an das neue Familienmitglied anpassen würden. Und das haben wir auch gemacht. Unter anderem haben wir den Golfclub gewechselt, da Hunde in unserem bisherigen Club nicht willkommen sind. Ein Gespräch mit dem Betreiber hat seinerzeit als Begründung ergeben, dass es ja so viele Leute mit Allergien gegen Tierhaare gäbe… ! Denkt darüber, was Ihr wollt, wir fanden diese Begründung sehr skurril, aber ok. Dass es für uns als Hundehalter zudem selbstverständlich ist, etwaige Hinterlassenschaften mitzunehmen, muss an dieser Stelle nicht noch explizit betont werden, schliesslich wollen wir selber unsere Golfbälle auch nicht aus einem Hundehaufen befreien müssen. Diese Begründung gegen Hunde auf dem Golfplatz erübrigt sich aus unserer Sicht also auch. Und ja, dass es ein wenig Training, Rücksicht und Geduld braucht, bis ein Hund auf dem Golfplatz perfekt funktioniert, ist auch klar. Egal, wir haben gewechselt, weil es für uns ein Bedürfnis war und ist, unserem Hund viel Zeit mit uns zu ermöglichen und gleichzeitig unserem Hobby nachgehen zu können. Also trainieren wir derzeit unsere Fussel zu einem Golfbegleithund. Dass klappt auch bereits ziemlich gut. Sie zeigt, sobald der Golftrolley im Spiel ist, direkt eine Art Golfmodus und wir haben schon eine Menge Spaß zusammen. Nichtsdestotrotz, zeigt sich in vielen Situationen mit Hund auf dem Golfplatz so Einiges, was auch gut in diesen Blog Golf4life passt, aber dazu nach und nach an gleicher Stelle mehr,  nur zu einem anderem Zeitpunkt.

Worüber ich aber heute gern schreiben möchte, ist eine Begebenheit von unserer letzten Golfreise mit Hund in den hohen Norden. Diese Begebenheit hat zwar nicht direkt etwas mit dem Golfspiel zu tun, ereignete sich aber in dem Hotel und hat mich im Nachgang noch eine Weile beschäftigt. Im weitesten – oder vielleicht auch engeren – Sinne geht es um das Thema Rücksicht.

Also, ich erzähl einfach mal:

In dem Hotel waren wir bereits das vierte Mal und davon dreimal mit Fussel. Sie kennt dort demnach bereits alles, findet sich sehr schnell wieder in die täglichen Abläufe ein und wir sind oft sehr beeindruckt, wie gut sie sich benimmt. So auch beim Frühstück. Es gibt in dem Hotel einen separaten Bereich, in dem Hunde erlaubt sind. Dort saßen wir immer und meist gibt es dort noch Tische für die größeren Gruppen, die gern zusammen sitzen wollen und selten stehen die Tische alle einzeln. An dem betreffenden Morgen gab es einen sehr großen Gruppentisch, der fast den ganzen Raum einnahm. Dieser war als offenes U gestellt, wie man es bei Hochzeiten oder in Seminaren kennt. Dazu gab es zwei einzelne Tische, die sehr weit auseinander standen. Wir saßen bereits an einem, hatten unser Frühstück begonnen, Fussel lag entspannt am Tisch, als eine Familie hereinkam. Oma, Opa, Mutter und Baby. Die Familie setzte sich an den zweiten einzelnen Tisch, das Baby machte altersübliche Geräusche und Oma und Opa platzten quasi vor Stolz. Soweit so gut. (Oma und Opa sollen an dieser Stelle übrigens nicht despektierlich klingen, sondern nur die Familienstruktur beschreiben)

Nun ist es leider so, dass Fussel auf Kinder eher ängstlich reagiert. Sie zog sich direkt mal enger an uns zurück, beobachtete das Kind und blieb aber weiterhin ganz ruhig. Sie war lediglich nicht mehr ganz so entspannt. Die Oma nahm irgendwann das Kind auf den Arm, wippte es auf und ab und sagte immer wieder laut: “Guck mal, ein Hund! Guck mal, da ist ein Hund!” und schaute mich dabei immer wieder direkt an. Ich reagierte bereits eher verschlossen, scheinbar ahnte ich schon, was kommen würde. Irgendwann bewegte die Oma sich dann tatsächlich mit dem Baby auf dem Arm auf uns zu, obwohl es in dem Bereich des Raumes nichts anderes gab, als dort, wo die Familie selber saß. Ich interpretierte, dass die Dame mit dem Kind zu Fussel wollte und als sie den halben Raum bereits in unsere Richtung durchquert hatte, gab ihr zu verstehen, dass dies keine gute Idee sei und begründete dies damit, dass Fussel mit Kindern nicht gut umgehen kann. Darauf hin reagierte die Tochter am anderen Ende des Raumes schon beinahe aggressiv mit der Bemerkung: “Dann legen Sie dem Hund doch einen Maulkorb an!” Ich fragte, wieso ich das denn tun solle. Und sie sagte: “Ja, wenn der beißt!” Tatsächlich hatte ich nichts von beißen gesagt, schließlich hat Fussel einfach Angst vor Kindern und gerät in Stress. Diesen wollte ich ihr ersparen, indem ich darauf hinwies, dass es keine gute Idee sei, mit dem Kind in Fussels Schutzbereich zu kommen. Dafür gab es ja auch gar keinen Grund. Ich erspare Euch hier den weiteren Fortgang des Gesprächs, nur soviel, ich war hinterher etwas fassungslos und mich hat das Ganze weiterhin beschäftigt. Ich hab mich gefragt, was diese Mutter, die Oma und der Opa wohl von mir als Hundehalterin mit einer üblichen Selbstverständlichkeit erwartet hätten, wenn man mir gesagt hätte, dass das Kind oder die Mutter – oder wer auch immer – Angst vor meinem Hund hätte. Ganz klar, oder? Hund an die Leine und Abstand halten. Und jetzt frage ich: “Wieso darf ich das gleiche nicht von Menschen erwarten, wenn ich sage, dass mein Hund Angst vor Kleinkindern hat?” Einfach nur, dass man sich nicht 30 cm an meinen Hund heran drängelt, um angeblich an das Fenster in der Nähe unseres Frühstückstisches zu gelangen, wo es wegen der vielen Pflanzen vor dem Fenster ohnehin nichts zu sehen gab. Klar war das eine Ausrede! Aber jetzt mal ehrlich, wieso muss ich mich in einer solchen Situation als Hundehalterin anfeinden lassen? Ich versteh’s nicht. Ihr?

Mich würde es freuen, Eure Meinung mal zu lesen. Also schreibt gern einen Kommentar.

Danke sehr, dass Ihr meinen Artikel gelesen habt und bis bald mal wieder!

Eure Katja

Katja

"Es gibt keinen Grund, nicht aufzubrechen. Im Idealfall wird alles besser. Im schlimmsten Fall bleibt alles beim Alten!" Und damit es besser wird, bekommst Du von mir alles, was ich kann und weiß, damit Du Deine Ziele erreichst - persönlich und im Job. Also: Worauf wartest Du?

1 Kommentar bisher

Angela sau-saugut Veröffentlicht am9:18 pm - Mrz 26, 2018

Tja… als Hundebesitzer ein tägliches Thema. Nicht nur Kinder, sonder auch freilaufende Hunde oder Hundebesitzer mit „der tut nichts“-Marotten… es gäbe noch viele Beispiele dazu… Und alle führen dazu, dass man sich in Verteidigungsposition begeben muss und sich auch noch schlecht dabei fühlen soll. Ich möchte von keinem Menschen, dass sie meinem Hund, ohne vorherige Zusage, zu nahe kommen. Auch wenn mein Hund angeleint ist, ist es ein NoGo, wenn liebenswerte Hundebesitzer meinen, ihren Hund heranzuführen. Alles unter dem Deckmantel Pflege von sozialen Kontakten. Ich pfeife auf soziale Kontakte. Ich will es nicht! Es führt angeleint nachweislich oft zu Streit unter den Hunden. Wieso soll ich das also wollen? Und wenn ich es dann aussspreche, werde ich auch noch zurechtgewiesen? Sorry, aber ich muss das nicht verstehen und ich will es auch nicht verstehen. Ich WILL ES NICHT und basta! Sich darüber Gedanken zu machen ist völlig unnötig. Wir bestimmen, was wir wollen. Ich lasse mir nichts aufdrängen und ich lasse mir kein schlechtes Gewissen einreden.
Und du hast im Sinne des Kindes und im Sinne deines Hundes richtig gehandelt!

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