Die Sache mit dem Feedback! (5)

Die Sache mit dem Feedback! (5)

Die Sache mit dem Feedback! (5)

Eine kleine Weile hat es jetzt gedauert, bis dieser Teil 5 auf die Reise geht. In den letzten Wochen war einfach viel los und ich musste meine Prioritäten für eine kurze Weile woanders setzen. Jetzt aber geht es weiter. Bevor ich nun die nächste Etappe starte, muss ich – das kennen Sie ja schon – ein paar Fragen los werden:

Was haben Sie denn inzwischen erlebt in Sachen Feedback? Konnten Sie die Sache mit den unterschiedlichen Erwartungen für sich mal prüfen? Und wie hat sich’s angefühlt, so anders wahr genommen zu werden, als Sie selbst sich vielleicht sehen? Es würde mich freuen, von Ihnen zu lesen!!

Heute würde ich gern unter Anderem über die Häufigkeit von Feedback schreiben.

5. Die Dosis macht es aus

Ganz zu Beginn merkte ich in einem Nebensatz an, dass auf dem Golfplatz geradezu inflationär mit Lob oder Tipps um sich geworfen wird. Es gibt tatsächlich SpielerInnen, die kommentieren jeden Schlag. Und nicht nur die der anderen, sondern auch die eigenen. Da hört man dann immerzu irgendwelche Laute, wie ein schnelles energisches ‘Yes!’ oder ein kurzes ‘Oh!’ oder auch ganze Sätze wie ‘Na, geht doch!’, ‘Mist, ich hätte doch das 7er nehmen sollen!’, ‘Ich wusste es schon beim Ausholen.’, um nur einige Beispiele zu nennen. In Richtung der anderen Spieler geht das oft noch weiter. Da werden nicht nur derartige Kommentare abgegeben, sondern auch immer wieder Tipps gegeben. So hört man vielleicht von Mitspieler A, dass man sich mehr nach links hätte ausrichten müssen, von Mitspieler B, dass die Schlagfläche des Eisens nicht klar die Richtung hatte und von C, dass man das ja eigentlich besser kann. Keiner fragt aber, ob ich die Tipps will und dazu sind derartige Tipps oft gar nicht verwendbar. Und ein permanentes ‘Guter Schlag.’ langweilt auf Dauer eben auch.

Kennen Sie ähnliche Situationen aus Ihrem Alltag? Hören Sie vom Chef manchmal ein ‘Das war gut!’ oder ein lapidar dahin geworfenes ‘Weiter so!’ und wissen gar nicht, was genau er jetzt meint? Oder bekommen Sie von Kollegen Tipps, die Sie manchmal verwerten können bzw. wollen, aber manchmal eben auch nicht?

So, was heißt das jetzt für uns im Umgang mit Feedback? Ich hab einige meiner MitspielerInnen auf dem Golfplatz dazu mal befragt und folgende Antworten bekommen:

  • Meistens weiß ich eh um meine Fehler. Da brauch ich nicht auch noch einen Kommentar.
  • Ich will gar nicht jeden Schlag kommentiert haben. Lieber mal nichts sagen.
  • Wenn mir jemand einen unpräzisen Tipp gibt, hilft mir das gar nichts.
  • Ich finde Tipps super. Ich guck dann, was zu mir passt und versuch’s bei Gelegenheit. Und falls nötig, frage ich eben nach.

Ich selbst habe mir deshalb angewöhnt, nicht nur auf dem Golfplatz, zu fragen, ob mein Gegenüber einen Tipp haben möchte. Und dann mache ich mir Gedanken, was ich genau sage. Denn:

6. Auch das ‘Wie’ bzw. ‘Was genau’ ist entscheidend

Dazu möchte ich gern ein Erlebnis mit einem meiner Trainingsteilnehmer mit Ihnen teilen. Wir sind seinerzeit als bunte Gruppe zusammen gekommen, um ein paar mögliche neue Trainingstools quasi am lebenden Objekt auf Brauchbarkeit zu testen. Wir waren Künstler, Führungskräfte, eine Schauspielerin, Sachbearbeiter und Freiberufler. Eine der neuen Übungen hatte mit Feedback zu tun. Wir schickten ein Gruppenmitglied aus dem Raum, dachten uns aus, was wir von ihm oder ihr erwarten wollten. Als die Person wieder hereinkam, sagten wir aber nichts. Der Mensch musste nach dem Startsignal einfach loslegen zu agieren und Dinge auszuprobieren. Wenn die Aktion in die richtige Richtung ging, bestätigten wir mit einem ‘Bing’, wenn die Aktion in die falsche Richtung ging, war Stille. Die handelnde Person musste sich also Schritt für Schritt an die Lösung herantasten.
In der anschließenden Diskussion merkte der besagte Teilnehmer an, dass ihm diese Übung beinahe physisch unangenehm gewesen wäre, er hätte intensiv mit dem handelnden Protagonisten gelitten. Lediglich eine zwar positive Rückmeldung, ohne jedoch ein paar Details zu benennen, was genau das Lob ausgelöst hat oder was hätte konkret anders sein sollen, war ihm absolut nicht ausreichend. Dieses Raten nach dem Prinzip ‘Versuch und Irrtum’ war ihm irgendwie zuwider.

Tatsächlich steigert sich das Maß der Reproduzierbar erwünschten Verhaltens um ein Vielfaches, wenn der Feedbacknehmer konkrete Informationen zum Wie, Was und Warum bekommt und damit genau erfährt, was von ihm erwartet wird. (Fehl-) Interpretationen und damit einhergehende Mißerfolge entfallen. Dazu verkürzt sich die Zeit enorm, bis zur Umsetzung des erwünschten Verhaltens in die Praxis und Wunschergebnisse werden schneller erreicht.

Was ist nun Ihr Fazit aus diesem Beitrag? Sehen Sie das ähnlich oder haben Sie ganz andere Erfahrungen, die Sie gern mit uns teilen möchten? Sehr gern, lassen Sie uns an Ihren Gedanken teilhaben.

Ich freue mich auf Sie und bis bald!

Katja

"Es gibt keinen Grund, nicht aufzubrechen. Im Idealfall wird alles besser. Im schlimmsten Fall bleibt alles beim Alten!" Und damit es besser wird, bekommst Du von mir alles, was ich kann und weiß, damit Du Deine Ziele erreichst - persönlich und im Job. Also: Worauf wartest Du?

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