Die Sache mit dem Feedback! (3)

Die Sache mit dem Feedback! (3)

Die Sache mit dem Feedback! (3)

Na, was haben Sie erlebt zum Thema Feedback? Haben Sie inzwischen welches erhalten oder gegeben? Wie hat es sich angefühlt? Welche Reaktionen bei sich und Ihrem Gegenüber konnten Sie ausmachen? Was ist Ihnen im Zusammenhang mit der Wortwahl aufgefallen? Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns – mir und den anderen LeserInnen – teilen.
Wie im Beitrag ‘Die Sache mit dem Feedback! (2)’ bereits angekündigt, nehmen wir hier ein nach und nach paar der Parameter für ein gelungenes Feedback unter die Lupe. Jetzt betrachten wir

2. Die Atmosphäre/das Umfeld

In meinem Fall auf dem Golfplatz, spielte ich nach langer Zeit das erste Mal wieder und das mit zwei fremden Leuten im Flight. Ich hatte mit denen noch nie gespielt und die wussten auch nicht, dass ich nach zwei Jahren Auszeit nun erst das zweite Mal wieder auf dem Platz war. Außerdem waren wir gerade erst gestartet. Ich spielte auf der ersten Bahn (Par 4) eine 6 und mein Mitspieler sagte: “6 Schläge sind doch gut für Dich.”

Wieder das Fragenkarussel: Wie wirkt diese Aussage jetzt auf diejenigen MitspielerInnen, die mich nicht kennen? Was denken die jetzt über den weiteren Verlauf des Spiels? Verlieren die jetzt schon die Lust, weil sie davon ausgehen, dass es nur noch schlechter werden kann? Fragen die anderen sich vielleicht, wie ich sonst wohl spiele, wenn eine 6 auf einem Par 4 schon gut für mich ist?
Die MitspielerInnen konnten schließlich nicht wissen, dass ich üblicherweise besser spiele. Zudem war es den beiden auch nicht möglich, zu riechen, dass ich selbst mit den 6 Schlägen auf der Bahn nicht zufrieden war.

Also stellt sich mir beim Übertragen in das Arbeits- und Privatleben die Frage, inwieweit Zeugen bei einem Feedback ein geeignetes Umfeld sind, unabhängig davon, ob wir über Lob oder Kritik sprechen. Genauso ist es irrelevant, ob wir die Rückmeldung bekommen oder geben oder ob die Zeugen einen gut kennen oder nicht. Die Personen haben jeweils ein eigenes Bild von dem anderen und wenn das Feedback sich beispielsweise nicht mit diesem Bild deckt, gibt es ggf. Neid oder blöde Kommentare, dem Feedbacknehmer ist die Rückmeldung vielleicht sogar peinlich.
Das gleiche gilt im Übrigen auch für den Feedbackgeber. Möglichweise wurde dieser von den Zeugen bisher als eher rüde wahrgenommen und jetzt sagt er auf einmal etwas Nettes zu einem anderen, auch noch in freundlichem Ton. Wie ernst wird solch ein Feedback dann wohl von den Umstehenden genommen und wie wird die Reaktion dem Feednehmer gegenüber ausfallen, sobald der Chef weg ist? Oder wenn die Situation umgedreht ist: Ein Mitarbeiter lobt den eher als harten Brocken wahrgenommen Chef. Was muss sich der Mitarbeiter dann wohl von seinen Kollegen anhören? Wird der Chef das Feedback einfach so nehmen können, wenn er doch möglicherweise hart an seinem Image gearbeitet hat?
Das alles muss natürlich nicht so sein. Feedback kann auch unter diesen Voraussetzungen durchaus angemessen ankommen. Gleichzeitig wäre es doch schade, wenn nur wegen des gewählten Settings ein Feedback seine Wirkung verfehlt, oder?

Was meinen Sie? Wie wünschen Sie sich eine Feedbacksituation? In welchem Setting haben Sie Erfahrungen mit Feedback gemacht? Was brauchen Sie, damit Sie Rückmeldungen annehmen können? Was glauben Sie, braucht Ihr Gegenüber, um sich in solch einem Gespräch wohlzufühlen?

Ich selbst erlebe immer wieder, dass Feedback gern auch mal so zwischen Tür und Angel gegeben wird. Egal, was da rund herum gerade los ist, was vorher war und in welcher Stimmung die Beteiligten gerade sind. In vielen Fällen führt es dann genau dazu, dass Abgewunken wird bzw. die anerkannte Leistung erst einmal klein geredet wird. Auch nach Kritik wird sich dann gern mal verteidigt, erklärt und gerechtfertigt. Kennen Sie das auch?

Ihre Meinung interessiert mich sehr! Es würde mich freuen, wenn Sie Ihre Gedanken und Erfahrungen mit uns teilen – kommentieren Sie gern. Ich bin gespannt auf Ihre Reaktion!

Vielen Dank, dass Sie meinen golf4lifeblog lesen!

 

 

Bildquelle: ‘Golfball mit Geschenk’ – ©Julien Tromeur, über fotolia.de

Katja

"Es gibt keinen Grund, nicht aufzubrechen. Im Idealfall wird alles besser. Im schlimmsten Fall bleibt alles beim Alten!" Und damit es besser wird, bekommst Du von mir alles, was ich kann und weiß, damit Du Deine Ziele erreichst - persönlich und im Job. Also: Worauf wartest Du?

3 Kommentare

Nadja Veröffentlicht am8:17 pm - Jun 12, 2016

Meiner Meinung nach sollte ein positives Feedback immer ohne “wenn und aber ” positiv sein .
In Deinem Fall hätte gereicht zu sagen :” Das hast Du gut gemacht ” Oder ” Das hast Du gut gemacht . Nach so langer Pause hätte ich es nicht mit 6 Schlägen geschafft ” Dann wäre es bei Dir sicher anders angekommen . Oder ? Was meinst Du , Katja ?
Auch negatives Feedback sollte konstruktiv und wertschätzend sein . Selbstverständlich in einem ruhigen Rahmen und unter 4 Augen . Ich habe die Erfahrung gemacht , wenn man das Gespräch mit offenen Fragen beginnt , kommt vom Gegenüber meist selbst eine Einschätzung der Situation .Somit muss der Feedbackgeber nicht selbst mit dem Negativen beginnen . Dann ist es wichtig , dass man sagt wie die Situation auf einen persönlich gewirkt hat und was man sich für die Zukunft anders wünscht .Das Gespräch sollte mit einer gemeinsamen Übereinkunft und etwas positiven enden . Z.B. ” Ich bin mir sicher , dass Du das bis …..schaffst. Ich unterstütze Dich wenn Du mich brauchst .”
Wertschätzung ist beim Feedback geben enorm wichtig .

    Katja Benny Veröffentlicht am9:30 pm - Mrz 26, 2018

    Vielen Dank, Nadja, dass Du Dir die Zeit für den Kommentar genommen hast. In meiner Philosophie ist Wertschätzung tatsächlich das A und O, schließlich sind Menschen Unikate. Klar, hat in meinem Beispiel auch der Faktor Interpretation und Beziehungsqualität mit gespielt. Und sicher auch meine eigene Stimmung und all das andere.
    Und wenn Feedback konstruktiv ist, also ausgedrückt wird, was anders sein sollte, mit Blick auf gewünschte Veränderung, dann ist das ja nie negativ.
    Dazu ist Feedback immer eine Art Geschenk, wie ich finde. Jeder der es bekommt, kann dann selbst entscheiden, was er oder sie damit macht. Eine Rückmeldung an den Feedbackgeber wäre im Nachhinein nur schön, im Idealfall. Nicht dass eine Erwartungshaltung im Raum steht, die dann nicht erfüllt wird, aus welchem Grund auch immer. Gegebenenfalls wird ja auch erneut nach einer gemeinsamen Lösung gesucht… aber ich merk schon, ich könnte jetzt wieder einen ganzen Roman schreiben…. lass das aber jetzt erstmal.
    Liebe Grüße und genieß den Abend..

Carsten Veröffentlicht am5:57 am - Jun 11, 2016

Nach meiner Erfahrung ist es immer wichtig, darauf zu achten, in welchem Umfeld man kommuniziert. Weder für Lob noch für Tadel kann man pauschal das Umfeld vernachlässigen. Ein Lob im Beisein der Kollegen kann aber sehr nützlich sein, wenn die Absicht darin liegt auch den übrigen Kollegen zu vermitteln ” das finde ich gut”. Lobe ich aber gezielt einen Mitarbeiter im Beisein der Kollegen bei einer Selbstverständlichkeit, wird dies sofort dazu führen, dass sich die übrigen Kollegen zurückgesetzt fühlen.Diese Situation lässt sich aber auch managen, wenn man erläutert, warum dies genau in dieser Situation etwas besonderes für genau diesen Mitarbeiter ist.
Im Tadel verhält es sich grundsätzlich ähnlich, allerdings muss man dabei besonders die Ausßenwirkung auf die Kollegen berücksichtigen. Der Mitarbeiter oder Kollege, der seine Reputation in Gefahr sieht, wird sich verteidigen. Dabei ist es aber ein Unterschied, ob er sich verteidigt ggü einem Vorgesetzten im 4 Augen Gespräch oder wenn seine Kollegen mit anwesend sind. Die Gefahr, dass ein solches Gespräch in die emotionale Ebene rutscht ist sehr groß. Es ist sogar Wahrscheinlich, dass die Mitarbeitergruppe, sobald sie unter sich sind, den Vorgesetzten verbal zerlegen. Also: Lob und Tadel müssen immer gezielt eingesetzt werden. Auch das Umfeld ist wichtig. Denken vor handeln hilft……

Wir freuen uns über Deinen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

YouTube aktivieren?

Auf dieser Seite gibt es mind. ein YouTube Video. Cookies für diese Website wurden abgelehnt. Dadurch können keine YouTube Videos mehr angezeigt werden, weil YouTube ohne Cookies und Tracking Mechanismen nicht funktioniert. Willst du YouTube dennoch freischalten?

%d Bloggern gefällt das: